Rehabilitation – sie müssen schon krank sein!

Rehabilitation – Abgelehnt! Es gab Post; mein (nicht) Leistungsträger hat mir einen negativen Bescheid zu meinem Antrag auf Rehabilitation zugeschickt. Der Ablehnungsgrund liest sich wie ein schlechter Scherz… doch zunächst wozu ist eine Rehabilitation da und welche Ziele hat sie?

Was ist eine Rehabilitation und was sind ihre Ziele?

Fühlen Sie sich Ihrem beruflichen Alltag nicht mehr gewachsen und brauchen Unterstützung? Dann ist eine Reha Ihre Chance! Das Ziel jeder Reha lautet: Sie sollen wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren oder in einen anderen Beruf einsteigen können. Gesund und erfolgreich. Im Interesse aller Versicherten gilt in der Rentenversicherung der Grundsatz „Reha vor Rente“. Für Sie als Rehabilitand heißt das, dass Sie aktiv an der Rehabilitation und an der Wiederherstellung Ihrer Gesundheit beteiligt werden.

Laut Webseite der Deutschen Rentenversicherung

Ablehnungsgründe in meinem Fall

Ihrem Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation können wir nicht entsprechen. … Leistungen … können erbracht werden, wenn die persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Nach … Sozialgesetzbuch … sind die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, wenn

  1. die Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung erheblich gefährdet oder gemindert ist

und

  1. voraussichtlich
    • bei erheblicher Gefährdung der Erwerbsfähigkeit eine Minderung der Erwerbsfähigkeit durch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder Teilhabe am Arbeitsleben abgewendet werden kann,

      oder
    • bei geminderter Erwerbsfähigkeit diese durch Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder Teilhabe am Arbeitsleben wesentlich gebessert oder wiederhergestellt oder hierdurch deren wesentliche Verschlechterung abgewendet werden kann.

Diese Voraussetzungen sind bei Ihnen nicht erfüllt.

Aus dem Bescheid der Deutschen Rentenversicherung

Was also dann?

Wenn du meinen Blog bis hier her gefolgt bist, dann kannst du mir eventuell helfen und erklären, warum ich krankgeschrieben und somit nicht Erwerbsfähig bin? Ob es sich bei einer Depression um eine Krankheit zum Beispiel in Form einer seelischen Behinderung handelt? Ob das Urteil meiner Hausärztin, meines Psychologen und meiner zukünftigen Therapeutin etwas oder nichts zu bedeuten oder zu sagen hat?

Unabhängig von einander haben mir bereits drei Leute attestiert, was die Deutsche Rentenversicherung trotz detailliertem Antrag und eingereichter Unterlagen nicht sehen mag?

Nicht ins Bockshorn jagen lassen

Kategorisch, werden wohl erst mal eine Vielzahl an Anträgen auf Rehabilitation abgelehnt. Aber es liest sich dennoch wie ein schlechter Witz oder wie ein Albtraum. Das ganze ist meinem momentanen Zustand nicht gerade zuträglich. Fühle ich mich doch eh schon als Verlierer, wird mir zusätzlich noch einmal mit dem Holzhammer eine übergezogen und ich werde noch mehr verunsichert als aufgebaut.

Widerspruch

Es bleibt mir nichts übrig, als einen Widerspruch einzureichen und wieder vergehen Tage und Wochen. Dann kommt endlich Bewegung in mein Anliegen und es wird ein weiteres Gutachten angefordert. Bis ich hier einen Termin erhalte, vergehen wieder Tage und Wochen. Weitere Fragebögen und Fragen neuer Psychiater bei denen ich mich vorstellen muss. Wieder werden Unterlagen angefertigt und versandt. Ergebnis des Gutachters, eine Rehabilitation ist eine richtige und wichtige Maßnahme zur Wiederherstellung eines gesunden Befindens und der Erwerbstätigkeit.

Antrag bewilligt

Im Januar erfolgte mein Antrag, im Februar dann die Ablehnung und mein Widerspruch. Es folgte das Gutachten und im Mai kam die Bewilligung. Im Juni meldet sich dann die Reha-Klinik, dass ich voraussichtlich im September einen Platz erhalten werde. Warum nur dauert das alles so lange?

Zum April habe ich glücklicher Weise einen Therapieplatz in meinem Wohnort bekommen. Ohne ein gewisses Quäntchen Glück auf meinem Weg durch die Depression hätte ich auch hier im Normalfall mindestens 6 Monate warten müssen.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht will, aber ich kann nicht. Und es fällt mir unheimlich schwer in dieser Zeit mich um alles selbst kümmern zu müssen. Ich quäle mich von Aufgabe zu Aufgabe. Wieder einmal mehr merke ich, wie ich von Außen angetrieben werde.

Ich lasse mich in der Klinik auf eine Warteliste setzen. Gegebenenfalls kann ich ja doch früher Hilfe erhalten und muss nicht erst bis September oder gar später warten.

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