Gefangen

Meine Hausärztin ist dazu übergegangen mich für vier Wochen krankzuschreiben. Das Medikament, dass sie mir verschrieben hat, hat auch nach zwei weiteren Wochen keine wirkliche Wirkung gezeigt. Mein Zustand ist unverändert. Wobei ich sogar das Gefühl habe, es wird schlimmer. Schlimmer, im Sinne von, immer weniger Antrieb zu verspüren. Ich lebe von Eckpunkt zu Eckpunkt oder besser ich döse und treibe dahin. Highlights gibt es keine. Keine Themen die mich interessieren.

Ich fühle mich wie in einem schlechten, langweiligen Schwarz-Weiß Film des Lebens gefangen. Eher ein Stummfilm. Düster und kontrastreich sind die Bilder. Nichtssagend und dennoch angst-einflößend. Angst vor Fehlern. Berechtigt oder unberechtigt?

Flüchtigkeitsfehler

Ich habe, versucht für unseren Drucker Druckpatronen zu bestellen. Keine schwierige Aufgabe. Die Tintenpatronen haben Nummern, diese gebe ich bei den Internethändlern und Preissuchmaschinen ein um das beste Angebot zu suchen. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass ich für den Drucker Patronen benötige und bestelle.

Nachdem die Lieferung mit den günstigsten Tinten angekommen ist, nehme ich die leeren Tanks aus dem Drucker. Ich packe die neuen Tintenpatronen aus doch sie wollen einfach nicht in deren vorgesehenen Platz gleiten. Ich vergleiche die alte Patrone mit der neuen und sehe keinen erkennbaren Unterschied. Ich versuche es ein zweites Mal, sie will einfach nicht passen, ein Blick auf die Verpackung zeigt, eine ganz andere Nummer als ich erwartet und bestellt habe.

Fehllieferung?

Also setze ich mich wieder an den Rechner und ohne es bewusst zu merken laufen wieder die YouTube Videos, einer nach dem anderen. Ich kann mich schwer losreißen und schaue endlich auf die Bestellung der Tintenpatronen und siehe da, obwohl ich eine Fehllieferung vermutete, ich habe die falschen Patronen bestellt. Mist. Das kannst du also auch nicht? Versager.

Da die Packung schon offen und ein Tank entsiegelt war konnte ich die Tinten nicht zurück senden. Also schrieb ich in meinen WhatsApp Status, ob jemand die Patronen gebrauchen kann. Zum Glück fand sich jemand. Für unseren Drucker bestellte ich neue Kartuschen, diesmal natürlich passend für unseren Drucker. Kann ja mal passieren, dass man in der Zeile verrutscht.

Neuer Versuch

Doch als die Patronen ankamen, zeigte sich wieder eine andere Artikelnummer auf dem Päckchen. Oh man, schon wieder? Echt jetzt? Bin ich wirklich so bescheuert? Zum Glück habe ich die Packung nicht gleich ausgepackt und konnte meine Fehlbestellung zurück schicken. Ein neuer, dritter Versuch und endlich – im dritten Anlauf schließlich, habe ich es hinbekommen. Die richtigen Patronen sind da.

Freude über meinen Erfolg will sich nicht einstellen, es stellen sich eher Zweifel an mir selbst ein. Angst macht sich breit weitere Fehler zu machen. Also mache ich am Besten nichts. Fürchterlich, wenn mir so etwas in dieser Art auf der Arbeit passiert wäre!? Hier hätte es weitaus tiefere Konsequenzen gehabt.

Der nächste Arztbesuch

Beim letzten Arztbesuch wurde mir noch einmal empfohlen, mich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen und das zu tun was mir liegt, etwas woran ich Spaß habe. Mir fällt es schwer, mich überhaupt daran zu erinnern, woran ich Spaß habe, wie es sich anfühlt Spaß zu haben, geschweige denn mich daran zu erinnern was Spaß ist.

Mal ist es das schlechte Wetter, das verhindert, dass ich raus gehe. Mal ein Termin beim Arzt. Mal dieses mal jenes. Meinem Teufelchen und meinem Engelchen scheint es zu gefallen. Nur komme ich so nicht weiter. Dennoch es geht weiter.

Weitere vier Wochen von meiner Ärztin. Zeit mich zu fangen. Zeit mir zusätzlich Hilfe zu suchen.

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